Trainerfortbildung in Leipzig 2018

Schweizer im wilden Osten

Zehn Uhr morgens im Thurgau (CH). Nach kurzer Kaffeepause (und obligatem Gruppen-Selfie) düsen wir Richtung Deutschland. Rund 700 Kilometer stehen uns bevor. Zum Glück bietet unser Mietbus viel Komfort und Beinfreiheit. Wir fiebern dem Lehrgang scherzend und gespannt entgegen. Um 19 Uhr beziehen wir unsere Zimmer und gesellen uns zu unseren deutschen Kollegen an die Bar. Leckere Spareribs und reichlich Bier sorgen für einen angenehmen Vorabend.

Am nächsten Tag wird nicht lange lamentiert. Wir grüssen an und verteilen uns auf die zwei Mattenfelder. Von den rund achtzig Teilnehmern werden zunächst die Instruktoren beiseite genommen und über die neusten Entwicklungen und Veränderungen informiert. Für alle anderen (mich eingeschlossen) geht’s mit Andreas Neldner ans Eingemachte.

Andreas hält mit uns einen Dialog über verschiedene Motivationsarten und wie wir sie einzusetzen haben. Danach widmen wir uns dem Aufwärmen. Er liefert uns verschiedene Ideen wie wir unser Aufwärmen abwechslungsreicher gestalten können. Mein persönliches Highlight war «Ritter der Kokosnuss» bei dem wir alle einmal in die Haut/Rüstung des legendären schwarzen Ritters schlüpfen durften.

Danach setzten wir uns mit der Verteidigung in Unterzahl auseinander. Sebastian Schnabl führt uns in dieser Lektion schrittweise an dieses schwierige Thema heran. Während wir bei nur einem Gegner noch gelassen eine Kontrolltechnik ansetzten wird der Selbstschutz bei drei Gegnern bündig und intensiv. Ich denke wir können alle etwas aus dieser Lektion für uns mitnehmen.

Mahlzeit! Bockwurst, Kartoffelsalat. Kaffee, Wasser, Cola. Nichts Schweres. Wir müssen ja noch ein paar Stunden trainieren.

Gesättigt lauschen wir Frank Wörners Ausführungen über Pistolen und Revolver. Sein Fachwissen im Umgang mit Handfeuerwaffen ist klar ersichtlich. Mit neuen Perspektiven geht seine Lektion in die Handarbeit über. Wir machen simple Techniken. Realistisch und einfach. So wie’s sein soll.

Im Kontrast dazu machen wir mit Danny Griessbach «Ju-Jitsu nach WJJF». Uke und Tori verhalten sich in mehr traditionellen Mustern. Die Angriffe sind gross und die Abwehren grösser. Danny fordert unsere Energiereserven und unsere Koordination mit mir bis dahin unbekannten Festlegetechniken heraus.

Wir stärken uns in der Pause mit einem Kaffee und einem oder zwei Stück Kuchen. Vielleicht waren es auch fünf aber wer zählt schon.

Peter Schmidt hält in Vertretung für Uli Hässner die letzte Lektion. Werfen aus der Bewegung. Der Wettkämpfer hält für uns einige spannende Übungsformen bereit. Dank des guten Schwingbodens ist das Fallen am Ende dieses langen Lehrganges erträglich. Man ist sogar angetan es als angenehm zu bezeichnen.

An dieser Stelle sind noch die Lektionen von Toni und Erik Harnisch über «Rechte und Pflichten» und von Yvonne Haas über «Frauen SV» zu erwähnen. Da diese zeitgleich mit anderen Lektionen stattfanden konnte ich daran nicht teilhaben.

Wir stellen uns auf zum Abgrüssen. Die Leute sehen erschöpft aus aber zufrieden mit dem was sie heute geleistet haben. Richard Schmidt macht kurzen Prozess mit uns. Er erkennt, dass wir müde sind und verkürzt den Abschied auf das nötigste. Die Instruktoren erhalten Danksagungen. Torsten Kosuch welcher sich aus dem Vorstand zurückgezogen hatte erhält für seinen Dienst ein Tanto.

Sehr zu unserer Überraschung wird unserem Präsidenten Francisco Boadella den 4. Dan überreicht und mit dem Titel des Shidoin geehrt. Herzlichen Glückwunsch dazu!

Aber damit nicht genug. Die ganze Schweizer Delegation wird nach vorne gebeten.

  • Robert Schenk, Shihan
  • Francisco Boadella, Shidoin, Präsident
  • Christian Gonzales, Vize-Präsident
  • Iwan Hinder, Kassier
  • Fabian Ackle, Sekretär
  • Roman Lanz, Aktuar

Als Wertschätzung für unsere lange Anreise und das Pflegen der Landesbeziehungen zwischen Deutschland und der Schweiz erhält jeder von uns ein kleines Wörterbuch: Deutsch – Sächsisch.Endlich müssen wir nicht mehr so tun als ob wir sie verstehen.

Abends führen uns die Herren Harnisch durch ihre Heimatstadt. Stolz zeigen sie uns «die schönste Stadt Deutschlands». Diese Behauptung soll dahingestellt sein. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

Am nächsten Tag folgt der Abschied beim üppigen Frühstücksbuffet. Zufrieden und ein wenig Sehnsüchtig auf das nächste Wiedersehen treten wir die lange Heimreise an.  Wie sie auf Sächsisch sagen: «Danggescheen Freinde.»

WJJF–CH
Roman Lanz, 1. Dan
23.04.2018 (1)

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